Definition
Ein Ereignis oder eine Situation, bei der Patientenschaden möglich gewesen wäre, jedoch nicht eingetreten ist, weil der Fehler abgefangen wurde, der Patient keinen Schaden erlitt oder Zufall eine Verletzung verhinderte.
Prinzip
Prinzip
Systemschwachstellen frühzeitig erkennen und aus ihnen lernen; das Ereignis als Hinweis auf latente Bedingungen statt alleinige individuelle Schuld interpretieren.
Demonstration
Demonstration
Eine Pflegekraft bereitet eine falsche Dosis eines Antikoagulans vor, aber das Barcode-Medikamentenverwaltungssystem erkennt die Abweichung und die Dosis wird nicht verabreicht.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Beinahefehler als belanglos abtun und nicht melden oder analysieren oder sie ausschließlich zur Bestrafung von Mitarbeitenden nutzen statt zur Systemverbesserung.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig genutzt deckt die Meldung von Beinahefehlern latente Fehler auf, führt zu präventiven Änderungen, stärkt die Sicherheitskultur und vermindert zukünftige schädigende Ereignisse.
Umkehrung
Umkehrung
Ein schädigendes Ereignis, bei dem derselbe Fehlerpfad zu tatsächlichem Patientenschaden geführt hat und sofortiges Eingreifen sowie eine intensivere Untersuchung erforderlich sind.
Abgrenzung
Abgrenzung
Beinhaltet Vorfälle, die einen realen Schadenspfad zum Patienten erreicht haben, aber abgefangen wurden oder keinen Schaden verursacht haben; schließt hypothetische Gefahren ohne plausiblem Patientenpfad oder Routinebeschwerden ohne Sicherheitsbezug aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Wird oft mit Begriffen wie 'Close Call', 'No-Harm Incident' oder 'Unsafe Condition' vermischt — die Unterscheidung richtet sich danach, ob ein potenzieller Schadenspfad bestand und ob der Schaden durch Entdeckung oder Zufall verhindert wurde.
Synthese
Synthese
Ein Beinahefehler ist ein konkretes, meldbares Signal dafür, dass ein Prozess ein potenzielles Schadensergebnis zugelassen, dieses aber nicht realisiert hat; seine Analyse verlagert den Fokus von Schuldzuweisung hin zu Systemprävention.