Definition
Ein systematischer klinischer Prozess zur Erfassung und Beschreibung von Schmerzen eines Patienten durch Ermittlung von Intensität, Qualität, Lokalisation, zeitlichem Muster, Auslösern und Linderungsfaktoren, Begleitsymptomen, funktioneller Beeinträchtigung und psychosozialen Aspekten mittels validierter Instrumente und Patientenbericht.

Prinzip

Prinzip
Die Bewertung orientiert sich an der Schilderung des Patienten, ergänzt durch validierte Skalen und Beobachtungsmaßnahmen, wobei Schmerz als subjektives, multidimensionales Symptom verstanden wird, das durch biologische, psychologische und soziale Faktoren beeinflusst ist.

Demonstration

Demonstration
Einsatz einer 0–10 Numerischen Ratingskala und einer Körperkarte zur Dokumentation akuter postoperativer Schmerzintensität und -lokalisation, Ergänzung durch den DN4-Fragebogen bei Verdacht auf neuropathische Schmerzen und Erfassung der Auswirkungen auf Schlaf und Mobilität zur Therapieplanung.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Die Schmerzstärke ausschließlich aus Vitalzeichen oder Gesichtsausdruck ableiten, ohne den Patienten zu fragen, oder ‚Schmerz kontrolliert‘ vermerken, ohne Skalenwerte, Beschreibungen oder funktionelle Auswirkungen anzugeben.

Konsequenz

Konsequenz
Präzise Charakterisierung ermöglicht zielgerichtete Therapieauswahl, Überwachung des Ansprechens, Vermeidung von Unter‑ oder Überbehandlung sowie bessere Symptomkontrolle und Funktionsfähigkeit des Patienten.

Umkehrung

Umkehrung
Nur die Gabe von Analgetika dokumentieren, ohne eine gleichzeitige symptomatische Bewertung vorzunehmen, oder sich bei kommunikationsfähigen Patienten ausschließlich auf Beobachtungsskalen verlassen, kehrt die patientenzentrierte Bewertung in eine proxybasierte Messung um und gefährdet die Passung der Versorgung.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für initiale und serielle Schmerzevaluierungen in verschiedenen Settings (akut, chronisch, palliativ); schließt nicht selbst die Verordnungsentscheidung ein (wenngleich die Bewertung diese informiert) und umfasst keine spezialisierten diagnostischen Verfahren, die zusätzliche Tests erfordern.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Eng verwandt mit 'Schmerzbeurteilung' und 'Symptomassessment'; hier unterscheidet es sich durch die explizite Einbeziehung multidimensionaler Beschreibungen (Qualität, Auswirkungen, psychosozialer Kontext) über einen einfachen Schmerzscore hinaus.

Synthese

Synthese
Eine wiederholbare, patientenzentrierte Bewertung, die numerische oder beobachtende Instrumente mit qualitativen Beschreibungen und funktionalen Auswirkungen kombiniert, um ein klinisch nutzbares Schmerzprofil zur Steuerung der Behandlung zu erstellen.