Definition
Ein strukturiertes, assessmentgesteuertes Interventionsprogramm zur Wiederherstellung, Um- oder Ausgleich von beeinträchtigten kognitiven Funktionen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Exekutivfunktionen, visuell-räumliche Fähigkeiten, Verarbeitungsgeschwindigkeit) nach neurologischer Schädigung, Krankheit oder Entwicklungsstörung mit dem Ziel, die Alltagsfunktion zu verbessern.
Prinzip
Prinzip
Anwendung aufgabenspezifischer, wiederholter Übungen und Strategie-Trainings basierend auf Neuroplastizitätsprinzipien; die Maßnahmen sind individualisiert, messbar und bei unvollständiger Wiederherstellung durch kompensatorische und umgebungsbezogene Hilfen ergänzt.
Demonstration
Demonstration
Bei einem Patienten nach linksseitigem Schlaganfall verordnet die Therapeutin gestufte Aufmerksamkeitsübungen, spaced retrieval für neues Lernen und eine checklistenbasierte Kompensationsstrategie für die Rechnungsverwaltung; der Fortschritt wird anhand simulierter Alltagsaufgaben und standardisierter Aufmerksamkeitsmessungen dokumentiert.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Die Anwendung generischer Computer-'Gehirnspiele' ohne initiale Befundung, Individualisierung, therapeutische Anleitung oder Transferaufgaben und die Behauptung einer allgemeinen kognitiven Wiederherstellung.
Konsequenz
Konsequenz
Bei korrekter Anwendung zeigen Betroffene messbare Leistungsgewinne, mehr Selbstständigkeit im Alltag und besseren Einsatz kompensatorischer Strategien; dies kann die Belastung von Angehörigen reduzieren und die Sicherheit erhöhen.
Umkehrung
Umkehrung
Unkoordinierte kognitive Stimulation oder passive Beschäftigung ohne gezielte Strategien, die nicht auf die Wiederherstellung spezifischer kognitiver Prozesse oder funktionalen Transfer abzielt.
Abgrenzung
Abgrenzung
Schließt rein pharmakologische Therapien, allgemeine Umweltstimulation ohne gezieltes Training und alleinige neuropsychologische Diagnostik aus; gilt in stationären, ambulanten und gemeindeorientierten Settings, nicht jedoch für kommerzielle, klinisch unbegleitete Trainingsangebote.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Überlappt mit 'kognitiver Stimulation' und 'kognitiver Verhaltenstherapie', unterscheidet sich jedoch durch den Fokus auf Remediation und kompensatorisches Training bei neurologischer Beeinträchtigung statt allgemeiner Aktivierung oder psychotherapeutischer Behandlung.
Synthese
Synthese
Kognitive Rehabilitation ist ein individualisiertes, evidenzgeleitetes Konzept, das restaurative Übungen und kompensatorische Strategien verbindet, um spezifische kognitive Fähigkeiten zu verbessern und deren Anwendung im Alltag zu fördern.