Definition
Ein 9‑Item‑Selbstfragebogen auf Basis der DSM‑Kriterien, der das Vorhandensein und die Schwere depressiver Symptome in den vorangegangenen zwei Wochen erfasst und eine Gesamtpunktzahl von 0 bis 27 ergibt.

Prinzip

Prinzip
Die Häufigkeit zentraler depressiver Symptome mittels standardisierter Item‑Bewertung (0–3) quantifizieren, um die Symptomlast zu stratifizieren und Patienten für weiterführende Diagnostik oder Therapieempfehlungen zu identifizieren und zu überwachen.

Demonstration

Demonstration
Ein Hausarztpatient füllt den PHQ‑9 aus: Gesamtpunktzahl 14 = moderate Depression; der Kliniker führt ein diagnostisches Interview, prüft Item 9 auf Suizidgedanken und bespricht therapeutische Optionen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Den PHQ‑9 als alleiniges diagnostisches Instrument für die Feststellung einer Major Depression ohne klinisches Interview verwenden oder ihn in Populationen/Sprachversionen ohne validierte Anpassung einsetzen, wodurch Items anders funktionieren können.

Konsequenz

Konsequenz
Systematische Anwendung des PHQ‑9 erhöht die Erkennung klinisch relevanter Depressionen, ermöglicht messbasiertes Vorgehen, unterstützt die Verlaufskontrolle der Therapie und führt bei positivem Item 9 zu Sicherheitsmaßnahmen.

Umkehrung

Umkehrung
Einen einzelnen erhöhten PHQ‑9‑Wert als endgültigen Beleg für eine chronische Depression zu werten oder automatisch Antidepressiva zu verordnen, ohne Dauer, Komorbiditäten oder psychosoziale Faktoren zu berücksichtigen.

Abgrenzung

Abgrenzung
Entwickelt und validiert für Erwachsene in der Primärversorgung und ambulanten Settings; als alleiniges Instrument weniger zuverlässig bei Kindern/Jugendlichen ohne angepasste Versionen oder wenn somatische Items durch somatische Erkrankungen erklärt werden.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Unterscheidet sich von fachärztlichen Diagnoseinterviews (z. B. SCID) und anderen Schweregradskalen (Beck) durch Kürze, Selbstbericht und Eignung für Screening und Monitoring statt endgültiger Diagnose.

Synthese

Synthese
Ein kurzes, standardisiertes Selbstbeurteilungsinstrument zur Quantifizierung depressiver Symptome, das dem Screening, der Schwere‑Stratifizierung und dem messbasierten Follow‑up in ambulanten Settings dient, jedoch klinische Abklärung für die Diagnose erfordert.