Definition
Eine fokussierte körperliche Untersuchung des Abdomens, die Inspektion, Auskultation, Perkussion und Palpation umfasst, um Darmgeräusche, Druckschmerz, Distension, Raumforderungen, Organvergrößerungen, Peritonismus und postoperative Wundverhältnisse zu beurteilen.

Prinzip

Prinzip
Folgen der Reihenfolge inspizieren‑auskultieren‑perkutieren‑palpieren (vor Palpation auskultieren, um Darmgeräusche nicht zu verändern); Schmerzcharakter, Abwehrspannung oder Loslassschmerz beurteilen und Befunde mit dem Ausgangsstatus sowie kürzlichen Eingriffen (z. B. Operation, Opioide) vergleichen.

Demonstration

Demonstration
Postoperativer Patient mit Bauchschmerzen: Inspektion der Wunde auf Rötung oder Sekretion, Auskultation der Darmgeräusche und Erfassung von Hypo‑ oder Hyperaktivität, Perkussion auf Tympanismus oder Dämpfung zur Erkennung von Distension oder Flüssigkeit und sanfte Palpation zur Suche nach Druckschmerz, Abwehr oder Loslassschmerz; Befunde dokumentieren und bei Verdacht auf Peritonitis oder Wundinfektion eskalieren.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Vor der Auskultation kräftig zu palpieren und dadurch die Darmgeräusche zu verändern; das Fehlen von Darmgeräuschen nach einer kurzen Prüfung als endgültig annehmen ohne serielle Kontrollen; aggressive tiefe Palpation bei Verdacht auf ein abdominelles Aortenaneurysma.

Konsequenz

Konsequenz
Eine korrekte Abdominaluntersuchung erkennt Ileus, Obstruktion, Peritonitis, intraabdominelle Blutung oder Wundkomplikationen und leitet die Entscheidung zu bildgebenden Verfahren, nasogastraler Dekompression, chirurgischem Konsil oder konservativer Therapie ein.

Umkehrung

Umkehrung
Sich ausschließlich auf bildgebende Verfahren oder Laborwerte zu verlassen, ohne eine strukturierte Bettseitenuntersuchung des Abdomens durchzuführen, oder Bauchschmerzen nur nicht‑abdominellen Ursachen zuzuschreiben ohne adäquate Abdomensonographie.

Abgrenzung

Abgrenzung
Ersetzt nicht die gynäkologische/pelvine oder rektale Untersuchung, wenn diese indiziert sind, noch definitive diagnostische Verfahren wie CT‑Befundinterpretation oder operative Exploration; Anwendungsbereich ist die Bettseitenuntersuchung, geleitet von Anamnese und klinischem Kontext.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Überlappt mit gastrointestinal fokussierten Untersuchungen und gynäkologischen Untersuchungen bei unteren Abdominal‑ oder Beckenbeschwerden; die Spannung entsteht bei der Entscheidung, welche fachliche Untersuchung zuerst anzuwenden ist.

Synthese

Synthese
Die Abdominaluntersuchung ist eine strukturierte Bettseitenuntersuchung — Inspektion, Auskultation, Perkussion, Palpation — zur Erkennung von Obstruktion, Infektion, Ischämie oder postoperativen Komplikationen und zur Steuerung weiterer diagnostischer oder therapeutischer Schritte.