Definition
Eine strukturierte pflegerische Erfassung, die das subjektive Erleben von Übelkeit und zugehörige Merkmale erfasst, unter Verwendung standardisierter Skalen (z. B. Intensität 0–10, Dauer, Auslöser), assoziierter Symptome (Erbrechen, Würgen, Appetitverlust), funktioneller Beeinträchtigung (Nahrungsaufnahme, Aktivität) und Risikofaktoren zur Steuerung der Versorgung.
Prinzip
Prinzip
Systematische, reproduzierbare Erfassung patientenberichteter Übelkeit und kontextueller Befunde, sodass Schweregrad, Ursache und Reaktion auf Maßnahmen über die Zeit und zwischen Behandlern vergleichbar sind.
Demonstration
Demonstration
Eine Onkologiepflegekraft bittet einen Chemotherapiepatienten, die aktuelle Übelkeit mit 7/10 anzugeben, dokumentiert das Auftreten nach der letzten Infusion, notiert verringerte orale Nahrungsaufnahme und Schwindel und vermerkt Erbrechens‑Episoden der letzten 24 Stunden, um die antiemetische Therapie zu planen.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Ein Antiemetikum zu verabreichen, nur weil ein festes Protokoll dies vorsieht, ohne die aktuelle Intensität, Auslöser oder Kontraindikationen des Patienten zu dokumentieren.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig durchgeführt führt es zu gezielten Maßnahmen (z. B. prophylaktisch vs. Rettungs‑Antiemetikum), Monitoring‑Kennzahlen, reduzierten Nebenwirkungen und weniger Komplikationen wie Dehydratation oder Mangelernährung.
Umkehrung
Umkehrung
Sich nur auf objektive Erbrechenszahlen oder Pumpenalarme zu konzentrieren und dabei die vom Patienten berichtete Übelkeitsintensität und Auslöser zu ignorieren.
Abgrenzung
Abgrenzung
Bezieht sich auf subjektive Symptomerfassung und klinische Zeichen am Bett im Zusammenhang mit peripherer Infusion oder Nahrungsaufnahme, schließt jedoch formelle diagnostische Tests (Bildgebung, Endoskopie) oder psychiatrische Diagnostik bei nicht‑organischer Übelkeit aus.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Unterscheidet sich von 'Erbrechensbeurteilung', die beobachtbare Emesereignisse betont; die Übelkeitserfassung priorisiert das subjektive Erleben und Auslöser, die nicht mit sichtbarem Erbrechen korrelieren müssen.
Synthese
Synthese
Eine wiederholbare, patientenzentrierte Bewertung von Intensität, Kontext und Auswirkungen der Übelkeit, die die klinischen Daten liefert, um Interventionen an Ursache und Schwere anzupassen und die Reaktion zu überwachen.