Definition
Ein Satz vordefinierter, objektiver klinischer Schwellenwerte und Auslösebedingungen, die eine Eskalation der Versorgung bei Sepsis veranlassen—beispielsweise Aktivierung des Rapid Response Teams, Verlegung auf eine Intensivstation, Beginn oder Dosissteigerung von Vasopressoren, erweiterte Atemwegsmaßnahmen oder dringende Maßnahmen zur Quellenkontrolle.

Prinzip

Prinzip
Klare, messbare Eskalationskriterien reduzieren subjektive Verzögerungen, indem sie Zeichen hämodynamischen Versagens oder Therapieresistenz in explizite Aktionen übersetzen, die höhere Ressourcen oder fachliche Interventionen mobilisieren.

Demonstration

Demonstration
Typische Kriterien sind anhaltende Hypotonie mit MAP <65 mmHg nach einem Bolus von 30 ml/kg, ansteigender Serumlaktat >2 mmol/l oder ein Verdoppelungstrend, neuer Bedarf an Vasopressoren zur Aufrechterhaltung des MAP, abnehmende Urinausscheidung <0,5 ml/kg/h trotz Reanimation, progressive respiratorische Insuffizienz mit gesteigertem O2‑Bedarf oder unerklärte Bewusstseinsveränderungen—jedes dieser Kriterien löst eine Intensivkonsultation oder Rapid‑Response‑Alarm aus.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Zu empfindliche Kriterien verwenden, die die Intensivstation mit Patienten überlasten, die auf der Normalstation versorgt werden könnten, oder die Kriterien starr befolgen, ohne Patientenverfügungen, Komorbiditäten oder den Gesamtverlauf zu berücksichtigen.

Konsequenz

Konsequenz
Bei ausgewogener, kontextgerechter Anwendung verkürzen Eskalationskriterien die Zeit bis zu definitiven Maßnahmen, verbessern die Ressourcenzuweisung, verringern das Fortschreiten zu Multiorganversagen und fördern ein einheitliches Entscheiden im Team.

Umkehrung

Umkehrung
Das Fehlen expliziter Kriterien überlässt die Eskalation dem variablen Ermessen am Bett, was zu verzögerten Verlegungen und Interventionen, uneinheitlichen Schwellenwerten zwischen KlinikerInnen und vermeidbarer Verschlechterung führen kann.

Abgrenzung

Abgrenzung
Für die Anwendung im Krankenhaus vorgesehen und an Altersgruppen (Pädiatrie vs. Erwachsene), Fachgebiete (Geburtshilfe, Transplantation) sowie an bestehende Therapiebegrenzungen anzupassen; nicht jeder isoliert erhöhte Messwert rechtfertigt ohne klinische Korrelation eine Eskalation.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Verwandt mit, aber unterscheidbar von Früherkennungs‑Scores oder Sepsis‑Screening‑Tools: Eskalationskriterien können solche Scores einbeziehen, sind jedoch operative Auslöser für Maßnahmen, während Scores der Risikostratifizierung dienen.

Synthese

Synthese
Eskalationskriterien Bei Sepsis sind operative Regeln, die physiologische Verschlechterung oder fehlendes Ansprechen messbar machen und in zeitnahe, standardisierte Maßnahmen überführen—Erhöhung der Überwachung, Versorgungsstufe oder Interventionen—unter Wahrung der Patientenwünsche.