Definition
Eine 10‑Punkte‑Skala (Bereich −5 bis +4) zur klinischen Einschätzung am Bett, die das Ausmaß von Erregung oder Sedierung eines Patienten anhand von Verhalten und Reaktion auf Stimme und körperliche Reize quantifiziert.
Prinzip
Prinzip
Beobachtete Wachheit und Reaktionsfähigkeit in eine geordnete numerische Bewertung übersetzen, damit Kliniker Sedierungsziele standardisieren und Veränderungen über die Zeit verfolgen können.
Demonstration
Demonstration
Eine Intensivpflegekraft beurteilt einen beatmeten Erwachsenen: Wenn der Patient nach verbaler Stimulation anhaltenden Augenkontakt hält und Befehlen folgt, wird RASS 0 notiert; bei kämpferischem Verhalten mit Entfernen von Tuben wird RASS +4 notiert.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Den RASS zur Diagnose von Schmerz, Delir oder neurologischer Schädigung ohne zusätzliche spezifische Untersuchungen verwenden; Patienten, die pharmakologisch gelähmt sind, wie ansprechbar zu bewerten.
Konsequenz
Konsequenz
Konsequente Anwendung ermöglicht die gezielte Dosierung von Sedativa und Analgetika, klarere Übergaben, Verringerung von Über‑ oder Unter‑Sedierung und unterstützt Protokolle wie tägliche Sedierungsunterbrechungen.
Umkehrung
Umkehrung
Sedierung als binären Zustand zu betrachten statt als abgestuften Verlauf oder getrennte Erregungs‑ und Sedierungsskalen zu verwenden, die das RASS‑Kontinuum ignorieren.
Abgrenzung
Abgrenzung
Primär validiert bei erwachsenen Intensivpatienten; nicht zuverlässig bei Patienten unter neuromuskulärer Blockade, bei tiefem Koma durch schwere Hirnschädigung oder bei Neugeborenen/Kleinkindern ohne pädiatrische Anpassung.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Im Vergleich zur Glasgow‑Coma‑Skala (neurologisches Bewusstseinsniveau) und zur SAS (Sedation‑Agitation Scale) betont der RASS die abgestufte Reaktionsfähigkeit auf Stimme/Tastung und wird häufig zusammen mit Delir‑Screens eingesetzt.
Synthese
Synthese
Ein kurzes, geordnetes Beobachtungsinstrument, das das Verhaltensreagieren eines Patienten auf Stimulation in einen numerischen Erregungs‑Sedierungs‑Score überführt, um die Sedierungsführung in der Erwachsenen‑Intensivpflege zu standardisieren.