Definition
Ein Bettseit-Risikobewertungsinstrument, das durch Bewertung klinischer Items die Wahrscheinlichkeit eines Sturzes bei stationären Patienten quantifiziert und einen kumulativen Sturzrisikoscore liefert, der Präventionsmaßnahmen steuert.
Prinzip
Prinzip
Zusammenfassung gewichteter Antworten in Schlüsselbereichen (Sturzvorgeschichte, sekundäre Diagnose, Gehhilfen, intravenöse Therapie, Gang/Transfers, mentaler Status) zu einem reproduzierbaren ordinalen Score; höhere Werte signalisieren höheres Sturzrisiko und lösen gestufte Präventionsmaßnahmen aus.
Demonstration
Demonstration
Ein älterer, postoperativer Patient erhält folgende Punkte: kürzliche Stürze (25), benutzt Gehstock (15), laufende Infusion (20), gestörter Gang (20), orientiert (0) = Gesamt 80, was hohes Risiko bedeutet und Bettalarme, überwachte Mobilisation und ein Physiotherapieprogramm veranlasst.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Sich ausschließlich auf die Zahl zu verlassen, um restriktive Maßnahmen wie Fixierungen zu rechtfertigen, ohne individuelle Beurteilung, oder Schwellenwerte ohne Anpassung an lokale Gegebenheiten anzuwenden.
Konsequenz
Konsequenz
Bei sachgemäßer Anwendung unterstützt das Instrument gezielte Maßnahmen (Umweltanpassungen, Überwachung, Mobilisationsprogramme), die Stürze und sturzbedingte Verletzungen reduzieren und Ressourcen für Hochrisikopatienten priorisieren.
Umkehrung
Umkehrung
Eine umfassende multifaktorielle Sturzrisikobeurteilung mit häuslicher Gefährdungsanalyse, Medikamentenüberprüfung, Orthostasetest, Seh- und Kontinenzkontrolle und interdisziplinärer Planung statt eines schnellen numerischen Screens.
Abgrenzung
Abgrenzung
Entwickelt und validiert vor allem für erwachsene Patienten in der Akutstation; nicht ohne lokale Validierung und klinisches Urteil für Pädiatrie, ambulant lebende ältere Menschen oder bestimmte Spezialpatienten anwendbar.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Spannung zwischen schnellen numerischen Screening-Tools (Morse) und detaillierteren multifaktoriellen Bewertungen (z. B. Hendrich II); die Wahl beeinflusst Sensitivität, Spezifität und die Art der eingeleiteten Interventionen.
Synthese
Synthese
Die Morse-Fall-Skala ist ein standardisiertes, nach Items gewichtetes Bettseitbewertungssystem zur Identifikation hospitalisierter Erwachsener mit erhöhtem Sturzrisiko, das sofortige Präventionsmaßnahmen steuert und gleichzeitig die Notwendigkeit umfassenderer Bewertungen anerkennt.