Definition
Ein standardisierter klinischer Prozess und Satz von Kriterien zur Identifizierung von Patienten mit Risiko für Sepsis oder frühes septisches Schockstadium, üblicherweise bei der Erstbeurteilung und in regelmäßigen Abständen, um zeitnahe Diagnostik und Therapie auszulösen.
Prinzip
Prinzip
Früherkennung mittels objektiver Grenzwerte (Vitalzeichen, Bewusstseinslage, Laborwerte) und vordefinierter Auslöser verringert die Zeit bis zur Antibiotikagabe und zu Organunterstützungsmaßnahmen.
Demonstration
Demonstration
Bei Aufnahme auf eine medizinische Station füllt eine Pflegekraft ein Sepsis-Screening-Formular aus, notiert Fieber, Tachykardie, Hypotonie und erhöhtes Laktat; das Screening löst ein Sepsis-Bündel und eine dringende ärztliche Überprüfung aus.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Sich ausschließlich auf ein einzelnes abnormes Vitalzeichen ohne Kontext zu verlassen oder Screening nur sporadisch durchzuführen, wodurch Fehlalarme entstehen oder sich eine Sepsis unbemerkt entwickelt.
Konsequenz
Konsequenz
Richtig angewandt erhöht das Screening die Erkennung von Sepsis vor Organversagen, verkürzt die Zeit bis zur Behandlung und verbessert die Genesungschancen sowie die Verweildauer im Krankenhaus.
Umkehrung
Umkehrung
Die Umkehr wäre, auf offensichtliches Organversagen oder die Verlegung auf die Intensivstation zu warten, bevor Tests durchgeführt oder Behandlungen begonnen werden, was zu Verzögerungen führt.
Abgrenzung
Abgrenzung
Gilt für stationäre und notfallmedizinische Bereiche mit validierten Kriterien; ausgeschlossen sind die definitive Diagnose (benötigt klinische Beurteilung und Tests) und Routine-Screenings asymptomatischer Personen in der Gemeinde.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Wird oft mit diagnostischen Kriterien (z. B. Sepsisdefinitionen) oder mit breiter Infektionsüberwachung verwechselt — Screening ist eine schnelle, am Bett durchgeführte Risikoabschätzung, keine formelle diagnostische Bestätigung.
Synthese
Synthese
Sepsis-Screening ist ein fokussiertes, wiederholbares Verfahren am Krankenbett, das objektive physiologische und laborchemische Auslöser mit Eskalationsregeln verbindet, damit Kliniker früh intervenieren und eine Progression zur irreversiblen Organfunktionsstörung verhindern.