Definition
Ein dokumentierter, patientenindividueller Zeitplan und Ablauf zur Umlagerung von Personen, die sich nicht selbstständig ausreichend bewegen können, mit dem Ziel, Druckschäden und Folgekomplikationen zu verhindern, indem Häufigkeit, Zielpositionen, Hilfsmittel und Dokumentationsanforderungen festgelegt werden.

Prinzip

Prinzip
Druck- und Scherkräfte sowie das Hautmikroklima durch regelmäßige, geplante Positionswechsel umverteilen, um die Gewebsperfusion zu erhalten und verlängerte lokale Belastung zu vermeiden.

Demonstration

Demonstration
Bei einem bettlägerigen Patienten mit moderatem Dekubitusrisiko kann ein Plan ein Umlagern alle zwei Stunden mit abwechselnden lateralen Kippungen um 30 Grad, Anpassungen der Kopfteilhöhe, Einsatz einer druckverteilenden Matratze sowie sofortige Hautinspektion und Dokumentation nach jedem Umlagern vorschreiben.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Ein starres Zeitregime anwenden ohne individuelle Risikoabschätzung, Warnzeichen wie Schmerzen oder Hautschäden zu ignorieren; ungezieltes Umlagern, obwohl der Patient eine andere Position für medizinische Maßnahmen benötigt, oder wiederholte Störungen den Schlaf und die Genesung verschlechtern.

Konsequenz

Konsequenz
Bei korrekter Umsetzung reduziert es Auftreten und Schwere von Druckgeschwüren, verbessert die Atemwegsfreimachung und den venösen Rückfluss und bietet strukturierte Gelegenheiten zur Hautbeurteilung und -pflege.

Umkehrung

Umkehrung
Einen immobilen Hochrisikopatienten ohne geplante Umlagerungen liegen lassen oder sich nur auf passive Lagerungssysteme verlassen, ohne geplante Umlagerungen durchzuführen, was das Risiko für Druckschäden erhöht.

Abgrenzung

Abgrenzung
Gilt für mobilitätseingeschränkte Patienten in klinischen, stationären und häuslichen Versorgungssituationen; schließt vollständig selbstständig bewegliche Personen aus und ersetzt nicht das klinische Urteil bei Umlagerungen aufgrund von Schmerzen, Atmungsbedürfnissen oder Eingriffen.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Wird oft mit spontanem ‘Umlagern bei Bedarf’ oder technologisch gesteuerten Dauerkippsystemen vermischt; unterscheidet sich dadurch, dass es ein dokumentiertes, geplantes Protokoll ist, das an Risiko und Versorgungsziele angepasst wird.

Synthese

Synthese
Der Umlagerungsplan ist der strukturierte, dokumentierte Ablauf — basierend auf Druckumverteilung — der festlegt, wann und wie ein immobiler Patient umzulegen ist, um Hautschäden vorzubeugen und dabei individuelle Beurteilung und Komfort zu berücksichtigen.